DERMATOLOGIE – DIE HAUT DES MENSCHEN

DIE HAUT UND IHRE AUFGABEN

Die Haut stellt das größte Organ unseres Körpers dar und bildet die Abgrenzung des Organismus gegenüber der Außenwelt. Sie schützt uns vor Krankheitserregern, Kälte, Hitze, Sonnenlicht sowie vor Austrocknung und verfügt über einen beachtlichen Widerstand gegen Druck und Reibung.
Die Haut ist wie kaum ein anderes Organ in der Lage, sich zu regenerieren und aus eigener Kraft zu heilen. Möglich ist dies durch den speziellen Aufbau der Haut. Sie besteht aus den drei großen Schichten Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Dermis) und Unterhaut (Subkutis). Jede Schicht hat dabei eine ganz bestimmte Struktur und damit verbunden ganz spezifische Funktionen.

Stratum corneum (Hornschicht)

Diese dünne, oberste Schicht der Oberhaut bildet die Grenzfläche der Haut zur Umwelt. Die Kenntnis ihrer Struktur und Funktion gibt einen Einblick in die Grundlagen von mit Schuppung und Hauttrockenheit einhergehenden Erkrankungen und könnte zu verbesserten topischen Therapiemöglichkeiten führen.

Epidermis

Diese Schicht stellt die Hautoberfläche dar. Sie besteht hauptsächlich aus übereinander liegenden Keratinozyten, die 4 Teilschichten bilden (Stratum basale, Stratum spinosum, Stratum granulosum, Stratum corneum). Die Keratinozyten werden im Stratum basale gebildet und wandern nach oben, wo sie ihren Zellkern verlieren und schließlich in Form von Schuppung an die Umgebung abgegeben werden. Dieser Vorgang dauert mindestens 28 Tage. Die Epidermis erneuert sich fortlaufend.
Weitere wichtige zelluläre Strukturen der Epidermis stellen Melanozyten und Langerhanszellen dar.

Dermis

Die Dermis wird von der Epidermis durch die Basalmembran getrennt und besteht hauptsächlich aus Bindegewebe. Sie ist für die mechanische Belastbarkeit der gesamten Haut zuständig und auch in die Regulation der Körpertemperatur involviert. Anhand ihrer Blutgefäße versorgt sie auch die avaskuläre Oberhaut mittels Diffusion mit Nährstoffen. Außerdem enthält sie Rezeptoren für Berührung, Druck, Schmerz und Temperatur, sowie Blutgefäße, Nervenfasern, Talg- und Schweißdrüsen und Haarfollikel.

Subcutis

Diese Schicht besteht hauptsächlich aus Fettgewebe, umgeben von losem Bindegewebe, und verbindet die Dermis mit den daruntergelegenen Strukturen.

DIE HAUTBARRIERE UND IHRE AUFGABEN

Die gestörte Hautbarriere

Wichtige Bestandteile der Hautbarriere sind die Lipiddoppelschichten zwischen den Hornzellen. Der Verbund zwischen den Lipiddoppelschichten und den Hornzellen bildet eine relativ undurchlässige Barriere. Dieser Verbund ist mit einer Schutzmauer zu vergleichen. Ist diese Schutzmauer defekt, reagiert die Haut besonders empfindlich auf eine Reihe von äußeren Faktoren, die normalerweise an einer gesunden Hautbarriere scheitern würden. Der transepidermale Wasserverlust (TEWL) als Indikator für eine defekte Hautbarriere ist erhöht, das Resultat ist eine trockene, schuppende Haut mit Spannungsgefühlen oder Juckreiz.
Dieser Juckreiz führt zum Kratzen. Bei einer Verletzung der Haut kann dies lokale Infektionen nach sich ziehen.

Mineralöle, Silikone, Emulgatoren in Hautpflegeprodukten

Bei der Hautpflege sollte es nicht nur um eine kurzfristige Verbesserung des Hautgefühls gehen, sondern das Ziel sollte eine aktive Unterstützung der Hautbarriere sein. Cremes auf Mineralölbasis oder mit Silikonen sollten hierbei nicht verwendet werden. Diese Stoffe legen sich als undurchlässiger Film auf die Haut, wobei diese dann vollkommen verschlossen wird. Diese Situation wird auch Okklusionseffekt genannt.
Kurzfristig verringert dieser entstandene Film den Wasserverlust der Haut. Der Wasserhaushalt wie auch der Aufbau der Hautbarriere wird durch diesen Film gestört. Dies hat zur Folge, dass das Lipid-Wasser-Gleichgewicht der Hautbarriere verschoben wird. Die Hautbarriere verliert ihren Verbund zwischen den Lipiddoppelschichten und den Hornzellen und wird durchlässiger.

Pflegeprodukte mit Emulgatoren sind hierbei nicht empfehlenswert und wirken sogar kontraproduktiv. Die Aufgabe eines Emulgators besteht darin, die Wasser- und Fettanteile von Cremes homogen zu Vermischen. Diesen Effekt üben die Emulgatoren auch auf die ohnehin schon nicht besonders stabil sitzenden Lipide der Hautbarriere aus. Bei der nächsten Waschung werden die Hautlipide mit den Emulgatoren aus der Haut geschwemmt. Die Hautbarriere wird somit weiter geschwächt. Eine gute Hautpflege sollte daher frei von Silikonen, Mineralölen und Emulgatoren sein.

Beim plötzlichen Absetzen von mineralölhaltigen Hautpflegeprodukten kommt es meistens zu einem plötzlichen Wasserverlust der Haut und damit zu einem vorübergehenden, stärkeren Trockenheitsgefühl. Dieser Effekt ist unter der sogenannten „Paraffinabhängigkeit“ der Haut bekannt.

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